In Deutschland gibt es im Bildungsbereich ein dichtes Netz an Förderstrukturen.
Auf der einen Seite Förderschulen für Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Auf der anderen Seite ein großes Angebot an Nachhilfeinstituten, die Schüler dabei unterstützen, Wissenslücken zu schließen und die Versetzung zu sichern.
Doch eine Gruppe von Kindern fällt häufig durch dieses Raster: hochbegabte Schüler.
Für sie existiert im Alltag des regulären Schulsystems nur selten eine Förderung. Dabei sind es gerade diese Kinder, deren Denkweise das Potenzial hat, neue Perspektiven zu eröffnen.
Der Grund dafür liegt in der Struktur des Bildungssystems.
„Kinder verlieren zwar nicht ihre Intelligenz, aber ihre Demotivation unterdrückt den Ausdruck ihres Potenzials“
Der schulische Unterricht verfolgt ein klares Ziel: Vergleichbarkeit von Leistung.
Lehrpläne, Klassenarbeiten und Prüfungen orientieren sich an Kompetenzen, die für eine bestimmte Jahrgangsstufe definiert sind. Der Unterricht ist darauf ausgerichtet, möglichst viele Schüler zu einem gemeinsamen Leistungsniveau zu führen. Dieses Prinzip ist durchaus sinnvoll, hat aber die Konsequenz, dass es Schüler bevorzugt, die sich gut an vorgegebene Strukturen anpassen.
Hochbegabte Kinder dagegen denken häufig anders:
Was später in der Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik eine wertvolle Fähigkeit ist, findet im Klassenzimmer oft keinen Entfaltungsraum.
Hinzu kommt ein zweites Phänomen. Viele hochbegabte Kinder arbeiten gedanklich sehr schnell. Sie erfassen Zusammenhänge oft in kürzerer Zeit als ihre Mitschüler. Ist eine Aufgabe gedanklich gelöst, verliert sie ihren Reiz und die Kinder suchen nach einer neuen Herausforderung.
Das kann von außen so wirken, als wären diese Kinder unkonzentriert oder sprunghaft. In manchen Fällen werden ihnen sogar Eigenschaften zugeschrieben wie:
Nicht selten fällt in diesem Zusammenhang auch der Begriff Aufmerksamkeitsdefizit‑/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Dabei liegt das eigentliche Problem in mangelnder Herausforderung. Denn wer schnell denkt, den langweilen Wiederholungen, während die anderen Schüler durch sie ein Thema oft überhaupt erst erfassen.
Dazu kommt weiterhin, dass viele hochbegabte Kinder eine besondere Form der Neugier haben. Sie interessieren sich selten nur für ein Thema. Ihre Aufmerksamkeit bewegt sich wie ein Suchscheinwerfer schnell und intensiv in mehrere Richtungen zugleich.
Das ist eine große Stärke, kann aber ohne den richtigen Rahmen zur Zerstreuung führen. Das Talent verhält sich dann wie Wasser aus einem Rasensprenger: Es verteilt sich in viele Richtungen, ohne an einem Punkt wirklich gebündelt zu werden.
Was diesen Jugendlichen also oft fehlt, ist eine Struktur, die ihre Fähigkeiten fokussiert.
Warum die Potenzialfreisetzung hier ansetzen kann
Ein gutes Coaching verfolgt ein anderes Ziel als klassische Nachhilfe. Es geht nicht darum, einzelne Wissenslücken zu schließen, sondern darum, zu verstehen:
Wo blockiert sich dieser junge Mensch und wie kann sein Potenzial sich frei entfalten?
Manche haben Angst, vor der Klasse zu sprechen, andere erleben in Prüfungen einen Blackout, obwohl sie den Stoff beherrschen. Im Coaching schauen wir daher zunächst darauf, welche inneren Muster das Lernen behindern. Jugendliche entdecken dabei oft zum ersten Mal, über welche Ressourcen sie bereits verfügen und wie sie diese auch in anspruchsvollen Situationen abrufen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Stärken und Interessen der Jugendlichen. Viele intelligente junge Menschen haben eine große Bandbreite an Fähigkeiten. Diese machen wir im Coaching sichtbar und bündeln sie, auch um daraus mögliche berufliche Wege abzuleiten.
Auch meine eigene Schulzeit verlief nicht geradlinig. Ab der Mittelstufe wurden meine Noten zunehmend schlechter, in der 10. Klasse stand meine Versetzung zeitweise zur Diskussion und mein Abitur schloss ich schließlich mit 3,2 ab.
Erst später an der Universität veränderte sich etwas. Dort wurde eigenständiges Denken plötzlich zur wertvollen Fähigkeit. Was ich in der Vorlesung lernte, vertiefte ich oft im Nachgang durch nacharbeiten und Lernübungen, um die Inhalte wirklich zu verstehen und direkt zu verinnerlichen. Nebenbei lernte ich mehrere Fremdsprachen und arbeitete nebenbei als Ghostwriter für Kommilitonen, die Unterstützung bei Haus- und Abschlussarbeiten brauchten.
Während andere über die Fülle des Lernstoffs ächzten und es ihnen vor den Hausarbeiten graute, machte mir gerade die komplexe Verzahnung der Inhalte große Freude und ich konnte gar nicht genug davon bekommen, mich in sie zu vertiefen.
Rückblickend hätte ich mir jedoch etwas gewünscht: einen Menschen, der meine Fähigkeiten früher erkannt und mir geholfen hätte, sie gezielt auszurichten. Viele Umwege, viele Zweifel und manche schwierige Erfahrung wären dadurch vermutlich vermeidbar gewesen. Vor allem auf das lange währende Gefühl, ich wäre ein Versager, hätte ich gern verzichtet.
Das ist eine große Stärke, kann aber ohne den richtigen Rahmen zur Zerstreuung führen. Das Talent verhält sich dann wie Wasser aus einem Rasensprenger: Es verteilt sich in viele Richtungen, ohne an einem Punkt wirklich gebündelt zu werden.
Was diesen Jugendlichen also oft fehlt, ist eine Struktur, die ihre Fähigkeiten fokussiert.
Genau hier setzt meine Arbeit heute an.
Ich unterstütze Jugendliche und junge Erwachsene dabei,
und gleichzeitig herauszufinden, wo ihre eigentlichen Talente liegen.
Die Schulzeit ist zwar nur ein begrenzter Abschnitt unseres Lebens, aber die Ansichten, die wir in dieser Zeit über unsere Fähigkeiten und uns selbst entwickeln, begleiten einen Menschen oft ein Leben lang.
Erst später an der Universität veränderte sich etwas. Dort wurde eigenständiges Denken plötzlich zur wertvollen Fähigkeit. Was ich in der Vorlesung lernte, vertiefte ich oft im Nachgang durch nacharbeiten und Lernübungen, um die Inhalte wirklich zu verstehen und direkt zu verinnerlichen. Nebenbei lernte ich mehrere Fremdsprachen und arbeitete nebenbei als Ghostwriter für Kommilitonen, die Unterstützung bei Haus- und Abschlussarbeiten brauchten.
Während andere über die Fülle des Lernstoffs ächzten und es ihnen vor den Hausarbeiten graute, machte mir gerade die komplexe Verzahnung der Inhalte große Freude und ich konnte gar nicht genug davon bekommen, mich in sie zu vertiefen.
Rückblickend hätte ich mir jedoch etwas gewünscht: einen Menschen, der meine Fähigkeiten früher erkannt und mir geholfen hätte, sie gezielt auszurichten. Viele Umwege, viele Zweifel und manche schwierige Erfahrung wären dadurch vermutlich vermeidbar gewesen. Vor allem auf das lange währende Gefühl, ich wäre ein Versager, hätte ich gern verzichtet.
Das ist eine große Stärke, kann aber ohne den richtigen Rahmen zur Zerstreuung führen. Das Talent verhält sich dann wie Wasser aus einem Rasensprenger: Es verteilt sich in viele Richtungen, ohne an einem Punkt wirklich gebündelt zu werden.
Was diesen Jugendlichen also oft fehlt, ist eine Struktur, die ihre Fähigkeiten fokussiert.