Es ist spät geworden im Büro. Die meisten Lichter im Gebäude sind bereits erloschen. Auf dem Schreibtisch liegt noch eine Mappe, geöffnet, die Zahlen darin sorgfältig aufbereitet: Prognosen, Szenarien, Risiken.
Er lehnt sich zurück, schaut noch einmal aus dem Fenster in die Dunkelheit. Eigentlich ist alles klar, denn die wirtschaftliche Entscheidung liegt offen vor ihm. Wenn da nur nicht sein Bauchgefühl wäre, das ihn zweifeln lässt, ob das wirklich der richtige Weg ist.
Viele Entscheidungen im Leben von Geschäftsführern, Politikern oder Vorständen beginnen mit Zahlen, Daten Fakten. Doch der große Unterschied zwischen Entscheidern und Managern liegt darin, die Tragweite rationaler Fakten zu erkennen.
Integrität ist die Eigenschaft, welche gute von schlechten Entscheidern trennt. Sieben Haltungen bilden hierfür einen verlässlichen Kompass. Zusammen genommen verändern sie sowohl die Selbstführung und die innere Ausstrahlung des Entscheiders als auch den Umgang der beteiligten Personen untereinander und mit dem Entscheider. Welche Veränderungen sich konkret ergeben, liest du nach der 7. Integritätssäule.
„Eine Entscheidung ist nie nur strategisch.“
Die Präsentation ist vorbei. Das Projektteam hat monatelang unter großem Aufwand gearbeitet, aber die Zahlen stimmen einfach nicht.
Eigentlich wissen es alle, aber keiner sagt es direkt. Stattdessen werden Stimmen laut, die eine neue Marketingkampagne ausrufen oder fordern, noch ein Quartal abzuwarten. Vielleicht dreht sich ja der Trend.
Integrität bedeutet hier, offen zu sagen, dass der eingeschlagene Weg nicht funktioniert, auch wenn diese Wahrheit kurzfristig Kritik auslöst. Denn langfristig entsteht daraus Vertrauen. Und das ist die stärkste Form von Führung. Wenn Menschen spüren sehr genau, ob jemand bereit ist, die Realität klar zu benennen. Dieser Person wollen sie folgen, ihr gegenüber sind sie loyal.
Ein Unternehmer erhält eine Anfrage, die finanziell äußerst attraktiv ist, denn eer Auftrag würde das Jahresergebnis deutlich verbessern. Doch hierfür müssten Qualitätseinbußen hingenommen werden. Nach außen wären sie kaum sichtbar wären. Niemand würde es merken. Außer ihm.
In solchen Momenten zeigt sich, ob bestimmte Werte tatsächlich die Richtung vorgeben, wie in dieser Firma Entscheidungen getroffen werden oder, ob sie nur Schlagworte sind, die auf der Webseite prangen.
Konsistenz bedeutet, Prinzipien nicht dem jeweiligen Vorteil anzupassen, sondern klar zu sagen „Das passt nicht zu uns.“
Die Möglichkeit, falsch zu liegen, gehört zu jeder Entscheidung dazu.
Ein politischer Beschluss wird umgesetzt, Monate später zeigt sich, dass die Folgen problematischer sind als erwartet. Die Kritik ist groß und es wäre ein einfacher Weg, die Verantwortung an Berater, an die Verwaltung oder an äußere Umstände weiterzugeben.
Integer hingegen ist: „Diese Entscheidung habe ich getroffen und ich werde daran arbeiten, sie zu korrigieren.“
Es ist erstaunlich, wie viel Vertrauen ein solcher Satz erzeugen kann.
Das ist eine große Stärke, kann aber ohne den richtigen Rahmen zur Zerstreuung führen. Das Talent verhält sich dann wie Wasser aus einem Rasensprenger: Es verteilt sich in viele Richtungen, ohne an einem Punkt wirklich gebündelt zu werden.
Was diesen Jugendlichen also oft fehlt, ist eine Struktur, die ihre Fähigkeiten fokussiert.
Die einzige Sache, über die du dir Gedanken machen musst: Kann ich mir selbst morgen noch aufrichtig in die Augen schauen?
In Unternehmen kommt es immer wieder vor, dass problematische Entscheidungen aus Opportunität getroffen werden. Ein Lieferant, dessen Arbeitsbedingungen fragwürdig sind, oder ein Geschäft, das moralisch zweifelhaft erscheint.
Zivilcourage bedeutet in solchen Situationen, den Mut zu haben, eine Entscheidung zu hinterfragen, selbst wenn sie bereits von anderen befürwortet wird.
So schützt diese Haltung langfristig vor größeren Schäden.
Macht kann leicht zu der Illusion führen, alles unter Kontrolle zu haben. Bescheidenheit bedeutet, zu wissen, dass die eigene Perspektive begrenzt ist.
Ein Geschäftsführer, der regelmäßig seine Führungskräfte um ehrliches Feedback bittet, schafft eine andere Unternehmenskultur als jemand, der Kritik als Angriff versteht. Oder ein Politiker, der Kritik von Bürger als Möglichkeit zum Lernen und Feinjustieren versteht.
Durch Bescheidenheit bleiben Verantwortungsträger offen für Perspektiven, die sie selbst nicht gesehen hätten.
Zivilcourage bedeutet in solchen Situationen, den Mut zu haben, eine Entscheidung zu hinterfragen, selbst wenn sie bereits von anderen befürwortet wird.
So schützt diese Haltung langfristig vor größeren Schäden.
Viele Entscheidungen in Organisationen betreffen nicht nur Zahlen, sondern ganz direkt die Menschen, die dort arbeiten.
Ein Unternehmer muss möglicherweise eine Abteilung schließen und obwohl der ökonomische Schritt unvermeidbar ist, bleibt der Weg, wie dies umgesetzt wird offen.
Integrität zeigt sich darin, transparent zu kommunizieren, was los ist, mögliche Alternativen zu prüfen und betroffene Mitarbeiter so zu behandeln, wie man es sich selbst in einer solchen Situation wünschen würde.
Durch Bescheidenheit bleiben Verantwortungsträger offen für Perspektiven, die sie selbst nicht gesehen hätten.
Zivilcourage bedeutet in solchen Situationen, den Mut zu haben, eine Entscheidung zu hinterfragen, selbst wenn sie bereits von anderen befürwortet wird.
So schützt diese Haltung langfristig vor größeren Schäden.
Fehlende Kommunikation ist der Hauptgrund für Konflikte in Organisationen und Fehlverhalten von Mitarbeitern. Ein wichtiger Hebel, um dies zu vermeiden, besteht darin, dass Menschen verstehen, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist.
Transparenz bedeutet, die eigenen Motive und Überlegungen offen darzulegen. So erklärt ein Geschäftsführer seinem Team beispielsweise, warum eine strategische Veränderung notwendig ist, welche Risiken damit verbunden sind und auch, was noch unklar bleibt.
Denn Transparenz heißt nicht, auf alles eine Antwort haben zu müssen, sondern gerade auch die Lücken klar zu benennen und den eigenen Denkprozess offen zu teilen.
Die meisten Menschen denken bei Integrität an moralische Prinzipien, doch für Entscheider ist sie etwas viel Fundamentalere. Sie ist der Moment, in dem jemand innehält und sich fragt:
Kann ich diese Entscheidung morgen noch vertreten?
Und zwar nicht bloß vor den Investoren oder der Öffentlichkeit, sondern sich selbst gegenüber. Kann ich mir selbst noch im Spiegel in die Augen schauen, wenn ich auf diese Weise handle?
Integre Personen haben eine ganz spezielle Ausstrahlung, ja direktes Charisma, was von ihnen ausgeht. Auch wenn wir sie nicht kennen, haben wir direkt das Gefühl, ihnen unsere dunkelsten Gedanken mitteilen zu können und trotzdem als Mensch gesehen zu werden.
So passiert es ganz von selbst, dass Menschen diesen Personen vertrauen und ihnen loyal folgen. Dafür ist weder ein Team-Event noch kostspielige Benefits notwendig. Allein die Haltung des Entscheiders bringt Menschen dazu, sich für die gemeinsame Sache einzusetzen und auch schwierige Zeiten zusammen zu tragen.
Wenn du einmal ganz ehrlich mit dir bist, wie integer bist du wirklich? In welchen Situationen hast du vielleicht Entscheidungen aus äußerem Druck heraus getroffen, obwohl dein Bauchgefühl laut in den Widerstand gegangen ist? Oder wo hast du es ausgelassen, eine notwendige Entscheidung zu treffen, aus der Angst vor den möglichen Konsequenzen oder was die Leute dann von dir halten würden?
Das alles ist menschlich. Wichtig ist, dass du erkennst, was passiert und das Steuer nun wieder in beide Hände nimmst. Mach dir einen Termin mit mir und wir schauen uns eine Entscheidung an, die gerade ansteht oder eine vergangene Entscheidung, die dir noch nachhängt.
Transparenz bedeutet, die eigenen Motive und Überlegungen offen darzulegen. So erklärt ein Geschäftsführer seinem Team beispielsweise, warum eine strategische Veränderung notwendig ist, welche Risiken damit verbunden sind und auch, was noch unklar bleibt.
Denn Transparenz heißt nicht, auf alles eine Antwort haben zu müssen, sondern gerade auch die Lücken klar zu benennen und den eigenen Denkprozess offen zu teilen.